Im ersten Halbjahr 2026 mussten in Deutschland so viele Unternehmen Insolvenz anmelden wie seit 13 Jahren nicht mehr. Insgesamt kamen rund 12.800 Firmenpleiten zusammen.

Die kurze Atempause ist vorbei: Im Juni stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen erneut deutlich. Die leichte Entspannung aus dem Mai setzte sich nicht fort. Die Amtsgerichte registrierten 2266 Anträge auf Unternehmensinsolvenz – 15,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Auch die Zahl der Verbraucherinsolvenzen nahm zu und stieg um 5,1 Prozent auf 6839 Fälle.

Für das erste Halbjahr 2026 ergibt sich damit eine Gesamtzahl von 12.812 beantragten Unternehmensinsolvenzen. Einen höheren Wert für ein erstes Halbjahr hatte es laut Destatis zuletzt 2013 gegeben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Anstieg von 6,7 Prozent.

Die Forderungen der Gläubiger beliefen sich in den ersten sechs Monaten auf rund 18,5 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 28,2 Milliarden Euro. Das deutet darauf hin, dass in diesem Jahr vor allem kleinere Unternehmen Insolvenz anmelden.

Firmenpleiten: Verkehr und Lagerei besonders betroffen

Auf 10.000 Unternehmen kamen im ersten Halbjahr 36,2 zahlungsunfähige Betriebe. Besonders häufig waren Unternehmensinsolvenzen im Bereich Verkehr und Lagerei mit 71,6 Fällen je 10.000 Unternehmen. Es folgten das Gastgewerbe mit 59,6 und das Baugewerbe mit 53,4 Fällen.

Destatis weist darauf hin, dass Insolvenzanträge erst nach einer ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik aufgenommen werden. Der tatsächliche Antrag liegt deshalb häufig etwa drei Monate zurück.