Bei Deutschlands Maschinenbauern ist die Hoffnung auf eine Erholung im laufenden Jahr endgültig geschwunden. Erst 2027 dürfte die Produktion wieder zulegen – doch auch dieser erwartete Aufschwung steht auf wackeligen Beinen.
Produktionsrückgang statt Stagnation: Deutschlands Maschinenbauer haben ihre Erwartungen für das laufende Jahr erneut nach unten korrigiert und rechnen erst 2027 wieder mit Wachstum. „2026 wird damit voraussichtlich das vierte Jahr mit Produktionsrückgang in Folge“, prognostizierte der Chefvolkswirt des Branchenverbandes VDMA, Johannes Gernandt. Die bessere Auftragslage und die leicht aufgehellten Erwartungen sprächen jedoch dafür, dass die Produktion 2027 wieder wachsen könne.
Für das kommende Jahr erwartet der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf preisbereinigter Basis ein Produktionsplus von drei Prozent. Eine robuste Weltwirtschaft sowie zusätzliche Investitionen in Maschinen und Geräte – auch unterstützt durch staatliche Milliarden – könnten der Branche Auftrieb geben.
Leerlauf in den Fabriken
Für das laufende Jahr wird ein reales Minus von zwei Prozent veranschlagt. Im Juni hatte der Verband die Prognose für 2026 bereits von einem Prozent auf Nullwachstum gesenkt. In den ersten sieben Monaten lag die Produktion real um 4,1 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Die technischen Kapazitäten seien deutlich unterausgelastet, teilte der Verband in Frankfurt mit.
Dass sich die Auftragsbücher füllten, vor allem dank zunehmender Bestellungen aus Nicht-Euro-Ländern, könnte in der zweiten Jahreshälfte die Produktion ankurbeln. Dies werde jedoch nicht ausreichen, um die schwache erste Jahreshälfte auszugleichen.
Erhoffter Aufschwung steht auf wackeligen Beinen
Geopolitische Spannungen, die US-Zollpolitik und das schwache Chinageschäft bleiben im Auslandsgeschäft eine Herausforderung für die exportorientierte Branche. Zwar zogen die Aufträge aus dem Ausland zuletzt an, doch der Heimatmarkt Deutschland schwächelt weiter.
Die erwartete Erholung bleibe mit erheblichen Risiken behaftet, lautet das Fazit von VDMA-Chefvolkswirt Gernandt. Ein nachhaltiger Aufschwung werde nur möglich, wenn bessere Investitionsbedingungen privates Kapital mobilisierten und die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland wieder gestärkt werde.